Glossary

Eigentümer*innen

Wie erfährt man, wem Immobilien gehören?
Die Stadt kann gelegentlich einen Kontakt herstellen; oft haben aber die Bewohner*innen oder Nachbar*innen den Kontakt - einfach mal klingeln! Mehr Details hierzu im zugehörigen Lexikoneintrag.
Was kein öffentlicher Grund ist, gehört jemandem. Wenn ihr Glück habt, ist es eine Privatperson - die können selbst entscheiden, was mit ihrem Eigentum passiert, während Mitarbeiter von Immobilienverwaltungen etc. sich meist scheuen, Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht freuen sich die Eigentümer*innen darüber, dass im Viertel etwas passiert, finden euer Projekt gut, und unterstützen euch gerne; das kommt öfter vor als man meinen möchte. Trotzdem lohnt es sich, ein paar Argumente parat zu haben: wie nutzt euer Projekt dem Viertel und damit letztlich auch dem Eigentümer/der Eigentümerin, die ja auch Vermieter*in und vielleicht mal Verkäufer*in sind? Wertet es vielleicht das Gebäude bzw. die Fläche auf? Gibt es etwas, dass die  die Meinung der Eigentümer*innen ändert - Geld möglicherweise, aber auch, dass ihr anbietet, bestimmte Renovierungsarbeiten o.ä. zu übernehmen. Wenn die Eigentümer*innen euer Projekt trotzdem blöd finden, euch nicht mögen oder nicht vertrauen, oder schlicht keine Lust haben, dass sich irgendetwas ändert, habt ihr auf legalem Wege keine echte Chance. Ob ihr Flächen illegal nutzen wollt, müsst ihr euch selbst überlegen (Erlaubnis, Genehmigung).
Man muss Eigentümer*innen die Ängste nehmen!
Oft haben Eigentümer*innen auch schlicht Angst: dass ihr die Fläche schleichend besetzt, bis sie euch nicht mehr weg bekommen; dass ihr einen Haufen Müll hinterlasst; dass ihr Dinge baut, die zum Sicherheitsproblem werden; oder vor was auch immer sonst die Menschen so alles Angst haben. Achtet auf ein gutes  Auftreten! Wenn ihr Glück habt, habt ihr durch eure früheren Aktionen in der Gegend bereits genug Vertrauen erworben, dass sich Eigentümer*innen darauf verlassen, dass ihr keinen Ärger anrichtet, und die Folgen eurer Handlungen niemand anderes in die Schuhe schiebt. Ansonsten könnt ihr Garantien anbieten: Durch einen Miet- oder Nutzungsvertrag hat der/die Eigentümer*in jemanden, den er/sie zur  Verantwortung ziehen kann, wenn die Fläche oder Immobilie Schaden nimmt - die Person muss sich dann aber auch darauf verlassen können, dass ihr sie nicht im Regen stehen lasst! Ihr könnt eine Kaution anbieten, falls eure Projektkasse das hergibt oder benennt eine*n Bürgen.
Eigentümer*innen herauszufinden ist manchmal fast detektivische Arbeit
Teils stellt es sich übrigens schon als kompliziert heraus, Eigentümer*innen zu ermitteln. Die Stadt hat natürlich die Grundbucheinträge, darf sie aber nicht herausgeben. Allerdings bieten Kommunen manchmal an, den Kontakt herzustellen; sie geben dann dem/der Eigentümer*in Bescheid, dass ihr gerne Kontakt zu ihnen aufnehmen wollt, oder leiten einen Brief von euch weiter. Einfacher ist aber oft der pragmatische Weg: redet mit den Bewohner*innen, die wissen es fast immer. Außerdem hängen im Hausflur fast immer Info-Zettel, aus denen zumindest die Hausverwaltung hervorgeht. Oder redet mit den Nachbar*innen, auch die können oft helfen. Bei großen Immobilien (alten Industriehallen o.ä.) gibt es oft auch Zeitungsmeldungen, wenn sie den/die Besitzer*in gewechselt haben - einfach mal googeln!

Glossar der "Quartiersentwicklung von Innen“

erstellt im Auftrag des Wall & Space e.V. durch Freiraumgalerie - Kollektiv für Raumentwicklung.