Glossary

Bodenqualität

Was tun mit schlechten Böden auf Brachflächen u.a.?
Bodenproben bei privaten Laboren sind nicht übermäßig teuer; über die Stadtwirtschaft kann man oft Kompost beziehen; Hochbeete können auf jedem Boden errichtet werden; manche Pflanzen entziehen dem Boden langsam Giftstoffe. Mehr Details hierzu im zugehörigen Lexikoneintrag.
Eigentlich könnt ihr davon ausgehen, dass so ziemlich jeder innerstädtische Boden verseucht ist. „Verseucht” bedeutet nicht, dass ihr ihn nur mit Einweghandschuhen anfassen dürft, oder jede Tomate von diesem Boden massiv eure Gesundheit bedroht. Aber wenn ihr wirklich Pflanzen zum Verzehr im Boden selbst und ohne Hochbeete ziehen wollt, solltet ihr den Boden zumindest testen lassen. Es gibt Labore, die das relativ günstig machen, oder ihr fragt mal bei der Stadtverwaltung beim Fachbereich Umwelt nach, wenn ihr Glück habt, können deren Mitarbeiter die Beprobung kostenlos durchführen (einer der Vorteile, den gute Öffentlichkeitsarbeit mit sich bringen kann). Ansonsten bleibt nur: Erde rankarren. Von der Stadtwirtschaft könnt ihr manchmal günstig Kompost beziehen, ansonsten ist der Preis für einen Kubikmeter Mutterboden in der Region Halle bei rund 12€ - also einerseits durchaus bezahlbar, aber wenn ihr 20 Beete füllen wollt, auch nicht unerheblich. Bei kleinen Mengen ist oft die Lieferung das teuerste; wenn eine*r der  Nachbar*innen ein Auto mit Anhängerkupplung hat, könnt ihr einen Teil sparen, wenn ihr euch einen Hänger mietet. Zu guter Letzt: bestimmte Pflanzen entziehen dem Boden Giftstoffe. Langfristig ist das die kostengünstigste Lösung für große Flächen, und die einzig echte Lösung, denn ein Bodenaustausch ist teuer, aufwändig und letztlich wird die Erde auch nur woanders hingekippt. Allerdings braucht ihr hierfür viele Jahre Zeit und jemanden, der/die sich tatsächlich damit auskennt.

Glossar der "Quartiersentwicklung von Innen“

erstellt im Auftrag des Wall & Space e.V. durch Freiraumgalerie - Kollektiv für Raumentwicklung.